Kutenholz. Die CDU im Landkreis Stade hat die Weichen für die Landtagswahl in Niedersachsen am 14. Januar 2018 gestellt. In der Kutenholzer Festhalle erlebten CDU-Mitglieder aber auch viele Gäste einen Abend ganz im Zeichen der Landtagswahl. Zunächst erfolgten die offiziellen Nominierungsveranstaltungen für die beiden Landtagswahlkreise im Landkreis Stade. Die CDU Mitglieder statteten hier ihre bisherigen Abgeordneten Helmut Dammann-Tamke und Kai Seefried mit einem überwältigenden Vertrauensbeweis aus. Helmut Dammann-Tamke wird sich damit erneut für den Landtagswahlkreis 55 bewerben. Dammann-Tamke gehört bereits seit 2003 dem Niedersächsischen Landtag an und will im nächsten Jahr seinen Wahlkreis zum 4. Mal direkt gewinnen. In seiner Bewerbungsrede legte Dammann-Tamke den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Themen der Region und hier insbesondere auf das Thema Sicherheit. Laut Dammann-Tamke sei die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden, im Landkreis Stade im landesweiten Vergleich besonders hoch. Hintergrund dieser Aussage sind aktuelle Daten des Landes zur Einbruchskriminalität, aus denen hervorgeht, dass die Anzahl der Einbrüche im Landkreis Stade im landesweiten Vergleich überproportional gestiegen ist. Dammann-Tamke fordert hier eine deutlich bessere Ausstattung der Polizei. Die CDU-Mitglieder stimmten in der anschließenden Abstimmung mit 59 von 59 Stimmen für Dammann-Tamke und somit mit 100% für seine erneute Kandidatur.

Kai Seefried formulierte bei seinen politischen Zielen, dass er unsere Region politisch wieder in die Mitte des Landes Niedersachsen bringen will. Derzeit, so Seefried, sei der Landkreis wieder auf dem Weg dahin, das Sibirien des Landes Niedersachsen zu werden. Man müsse den Herrschenden in Hannover wieder erklären, dass der Landkreis Stade noch zu Niedersachsen gehöre. „Wir wollen wieder an die Erfolge, die wir bis 2013 in unserer Region hatten, anknüpfen“, so Seefried. Als Beispiele nannte er den weiteren Ausbau des Stader Seehafens, die Weiterentwicklung des CFK Valleys, die Beschleunigung der Autobahnplanungen und eine Unterstützung der hiesigen Wirtschaft. Natürlich ließ der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion aber auch die Schulpolitik nicht aus und forderte vor allem wieder eine bessere Unterrichtsversorgung. Kai Seefried erhielt im anschließenden Wahlgang mit 89 von 91 Stimmen ein großartiges Ergebnis von 98%.

Im Anschluss an die Kandidatenaufstellung folgte eine öffentliche Veranstaltung mit dem Spitzenkandidaten der CDU in Niedersachsen und CDU-Landesvorsitzenden Dr. Bernd Althusmann. Die Kutenholzer Festhalle war jetzt bis auf den letzten Platz gefüllt und bereitete dem Spitzenkandidaten einen begeisterten Empfang mit der musikalischen Untermalung der letzten Fußballweltmeisterschaft „Es wird Zeit, dass sich was dreht“. Die Festhalle wurde jetzt zu der vorher vom CDU-Kreisvorsitzenden Kai Seefried versprochenen „Arena“. Althusmann zeigte Nähe und kam direkt mit den Gästen ins Gespräch. Es gab kein Rednerpult, keine Barriere, sondern der direkte Austausch stand im Mittelpunkt. Nur kurz gab Althusmann zu Beginn einige Gedanken als Impuls und stand dann für Fragen zur Verfügung. Zu den Schwerpunktthemen gehörten hier die Verbesserung der Inneren Sicherheit, die Unterstützung der Wirtschaft, eine verlässliche Bildungspolitik und mehr soziale Sicherheit. Konkret wurden diese Themen dann auch im direkten Gespräch mit den Gästen. Althusmann hat kein Verständnis für Lücken in den Sicherheitssystemen des Landes. Es könne einfach nicht angehen, dass die Sicherheitsbehörden wie Polizei, Verfassungs- und Staatsschutz nicht über die gleichen Informationen verfügen, so Althusmann. Zur Unterstützung der Wirtschaft gehört für den Spitzenkandidaten die Entlastung von Bürokratie gerade für den Mittelstand, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur u.a. mit dem Bau der Autobahnen und der Elbquerung bei Drochtersen und eine funktionierende Regionalförderung. Natürlich kann an einem solchen Abend in Kutenholz auch die Landwirtschaft nicht fehlen. Althusmann griff auf Nachfragen die gescheiterte Imagekampagne der Bundesumweltministerin auf und unterstrich, dass er kein Verständnis für systematische Diskreditierung eines ganzen Berufsstandes habe und betonte im Gegenzug die hohe Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft. Auch wenn Althusmann jegliche Koalitionsaussage an diesem Abend vermied, so sagte er aber ohne Wenn und Aber zu: „in einer CDU-geführten Landesregierung werde das Agrarministerium garantiert in CDU Hand sein“. Althusmann ließ auch in sein Privatleben blicken. Nachdem ein Gast einmal den Alltag eines ganz normalen Bürgers schilderte mit den vielen Fragen, die einen täglich beschäftigen – wie die Sorgen um den Arbeitsplatz, die Zukunft der eigenen Kinder, die Frage der Mobilität im ländlichen Raum oder der Ärzteversorgung – wurde Althusmann persönlich und verwies darauf, „Wissen Sie, ich bin genauso wie Sie ein ganz normaler Bürger und kenne diesen Alltag und die Sorgen und Themen“. Genau daher, so Althusmann, wolle er aus ganzer Überzeugung und mit ganzer Kraft nächster Niedersächsischer Ministerpräsident werden.