Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes Drochtersen fand das 2. Kehdinger Gespräch zur Zukunft der ambulanten ärztlichen Versorgung im Hotel Müller statt. Trotz sehr hoher Temperaturen waren der Einladung rund 80 Bürgerinnen und Bürger gefolgt. Dabei waren viele Vertreter der Ärzteschaft, Apotheken oder auch aus dem Pflegebereich. Zunächst stellte der Vorsitzendes des Bezirksausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Brune aktuelle Rahmenbedingungen aus dem Gesundheitssektor dar und zeigte Handlungsnotwendigkeiten auf Seiten der Ärzteschaft der Kommunen aber auch des Gesetzgebers und der Krankenkassen auf. Seine zentrale Forderung „wir brauchen ein positives Image des Landarztes und ein positives Investitionsklima und gute Rahmenbedingungen durch die Gesetzgeber“. Hierzu zählen für Brune insbesondere die Entlastung von Bürokratie und immer neuen Anforderungen bzw. auch die Regressgefahr für Hausärzte. Hier wird der Rahmen insbesondere durch den Bund und die Krankenkassen vorgegeben und muss an vielen Stellen nach den Forderungen von Brune verbessert werden.

Gleichzeitig unterstrich Brune jedoch, dass der Landarztberuf attraktiv ist und es in diesem Bereich auch weiterhin eine hohe Anzahl von Studienbewerbern gibt. In der sich anschließenden Diskussion kamen viele Fragen dazu, was den jetzt getan werden muss, um gerade in ländlichen Regionen die Ärzteversorgung sicherzustellen und wie ein verbessertes Angebot mit Fachärzten erreicht werden kann. Gerade im Hinblick auf Fachärzte machte Brune wenig Hoffnung „Wenn sie einen Frauenarzt finden, der sich hier niederlassen will, haben sie sofort meine Unterstützung“, so Brune. Er berichtete, dass aber selbst an einem vermeintlich attraktiven Standwort wie Stade die Nachbesetzung mittlerweile sehr schwierig ist. Für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung, so zeigte sich in der Diskussion, gibt es mehrere Möglichkeiten, die aufeinander aufbauen. Es dürfe nicht nachgelassen werden, ausreichend und mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen. Hier dauere es jedoch zwölf bis fünfzehn Jahre bis diese Ärzte in der beruflichen Praxis ankommen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Drochterser Gemeinderat, Kai Seefried, betonte, dass er es für besonders wichtig hält, die vorhandene Ärzteschaft in jede weitere Entwicklung und Überlegung eng einzubinden. „Die CDU könne sich für diesen Bereich einen „runden Tisch“ Ärzte- und Gesundheitsversorgung“ vorstellen“, so Seefried auf Nachfrage.