Drochtersen. „Die Digitalisierung gehört zu den größten Aufgaben der neuen Landesregierung“, so betonte es die Drochterser CDU Gemeindeverbandesvorsitzende Margarethe Petersen zu Beginn des 10. Kehdinger Gespräches. Die Drochterser CDU hatte zum Thema „Masterplan Digitalisierung – Wie sieht die digitale Zukunft aus?“ in das Kehdinger Bürgerhaus geladen.

Als Referenten konnte die CDU den Niedersächsischen Staatssekretär für Digitalisierung Stefan Muhle gewinnen. Muhle hat seit Jahresbeginn 2018 die Aufgabe, die Digitalisierungsstrategie des Landes zu erarbeiten. Im August wurde der sogenannte Masterplan durch den zuständigen Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Bernd Althusmann der Öffentlichkeit vorgestellt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried beschrieb in seiner Begrüßung Muhle als „Das Gesicht der Landesregierung zur Digitalisierung“. Muhle griff diesen Ball zu Beginn seiner Ausführungen gleich auf und sagte mit einer gewissen Ironie, dass er bisher noch niemanden gefunden habe, der seinen Job übernehmen möchte. Diese mit Witz gemeinte Aussage unterstreicht die große Herausforderung des neu geschaffenen Amtes, um alle Aufgaben im Zusammenhang mit der Digitalisierung innerhalb der Landesregierung zu bündeln. Es ist wie ein kleines Startup sagte Muhle. Mit seinem Team im Wirtschaftsministerium betritt er Neuland. Innerhalb weniger Monate wurde unter seiner Leitung der Masterplan Digitalisierung erarbeitet. Unterlegt ist der Masterplan in der Wahlperiode des Landtages mit rund 1 Milliarde Euro Landesgeld. Die Struktur des Masterplanes baut auf vier Bausteine angefangen von der notwendigen Infrastruktur bis hin zu Fragen der Bildung auf. Es gehe darum die digitale Spaltung des Landes zu überwinden. Es darf im Ergebnis keine Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten geben. Der Fokus, so Muhle, müsse jetzt vor allem auf die schlecht versorgten Gebiete gelegt werden. Nach aktuellen Förderkriterien handelt es sich hier um Gebiete, die heute schlechter als 30 Mbit versorgt sind. Für den notwendigen Ausbau der Infrastruktur stellt das Land Niedersachsen jetzt erstmalig eine Summe von 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Ein weiterer wichtiger Baustein liegt im Mobilfunk. Hier gehe es zunächst darum, eine saubere Analyse über die tatsächlich vorhandenen Funklöcher zu erstellen. Derzeit werden hierzu viele Gespräche mit den größten Telekommunikationsanbietern geführt. „Unser Ziel im Mobilfunk ist vor allem die Verlässlichkeit. Wir wollen nicht von einem Funkloch zum nächsten fahren“, so Muhle, der Ausbau auf eine 5G Standard ist eine Perspektive, aber kurzfristig nicht für das ganze Land umsetzbar.

In den weiteren Bausteinen des Masterplanes geht es um die Umsetzung in der Arbeitswelt und um die Bündelung der Kompetenzen und die Nutzbarmachung z.B. über den verstärkten Einsatz in den Schulen. In der anschließenden Diskussion mit den Gästen stand vor allem die Infrastruktur im Mittelpunkt. Es wurde deutlich, dass gerade auch im Gebiet der Gemeinde Drochtersen die notwendige Grundlage, nämlich schnelles Internet in den Haushalten, fehle. Für Muhle waren dies wichtige Informationen. Es gibt riesige Unterschiede im Land beschrieb er. In den städtischen Bereichen frage man, wann die Digitalisierungsstrategien endlich umgesetzt werden, während es in der Weite des Landes vor allem darum gehe, überhaupt erst einmal die notwendigen Kabel zu verlegen. „Niemand sei heute in der Lage genau zu beschreiben, wie sich die digitalisierte Welt in 5 Jahren im Detail entwickeln werde“, fasste Muhle das große Zukunftsprojekt des Landes, aber auch die Diskussion im Kehdinger Bürgerhaus zusammen.